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Das Essverhalten der Deutschen

Posted on 3. März 2014 in essverhalten

Sie haben ein „fettes Problem!“
Der deutsche Durchschnittsbürger, geschweige denn der Europäer schaut ja nur zu gern mal über den großen Teich zu den Amerikanern.
Wie sie mit ihren hängenden Bäuchen im Fast- Food Laden sitzen. Sich einen Burger nach dem anderen unaufhaltsam in die Kehle stopfen. Und dabei im Zeitraffer Fett ansetzen.
Nur um dann kopfschüttelend abzuwiegeln, dass man hierzulande meilenweit von diesem Problem entfernt ist.
Eine Studie der Techniker Krankenkasse zeichnet da allerdings ein anderes Bild.

Essen gibt’s später…

Demnach ernähren sich immer mehr Menschen bewusst ungesund. Besonders die junge Generation ist bei diesem Trend auf dem Vormarsch. Von den 18-25 jährigen legen gerade einmal 10% Wert auf eine ausgewogene Kost. Extreme Zustände wie in den Staaten seien das freilich nicht. Dort herrscht eine ganz andere Esskultur, Der Amerikaner liebt generell die Kombination aus deftigen Speisen (Speck und Würstchen zum Frühstück; Barbecue im Sommer) und süßen Kalorienbomben. Besorgniserregend findet Jens Baas, Vorstandsvorsitzender der Techniker Krankenkasse die Entwicklung dennoch. Es muss heutzutage alles immer schnell gehen. In der Hektik des Alltags hat man(n) keinen Nerv dazu sich lange hinter den Herd zu stellen und großartige Menüs zu zaubern.
Das Smartphone, der Fernseher oder das Internet seien zudem auch wichtiger. Das bestätigen die 18-25 jährigen in der Studie. 4 von 10 Befragten gaben an, sie würden regelmäßig vor dem Fernseher, dem PC, geschweige denn mit der Gabel in der einen und dem Smartphone in der anderen Hand ihre Mahlzeiten zu sich nehmen.

Man(n) Oh Man(n): Du musst doch etwas (Gescheites) essen!!!

Is(s)t man zu allem Überfluss dann (auch noch als) Single erhöht sich die Gefahr umso mehr das Motto „Ich ess wonach mir ist, egal welche Auswirkungen das auf meinem Körper hat! Uimso mehr.“
Man hätte es ich eigentlich denken können. Das alte Rollenverständnis von der Frau hinterm Herd (als begnadeter Köchin) existiert noch immer in den Köpfen. Deshalb achten auch generell viel mehr Frauen (55% laut Studie) als Männer (gerade einmal 44%) auf das Essen. Alle anderen beschäftigen sich kaum damit. Hauptsache es schmeckt, macht schnell satt und bedeutet keinen großen Stress im eigenen voll gestopften Terminkalender. Wenn man älter wird, legt sich diese Einstellung wieder ganz von allein, verraten die Zahlen der Studie auf den ersten Blick.
In der Altersgruppe von 46-55 Jahre sind es schon 22%, von den über 66 Jährigen 41% die kritisch hinterfragen was auf den Tisch kommen soll.

Du bist was du isst: Gründe für das Essverhalten der Deutschen

An dieser Stelle sollte jetzt eigentlich der erhobene Zeigefinger des Studienleiters kommen. Doch würden wir es uns damit nicht zu einfach machen. Eine Generalschelte hilft wohl kaum dabei die Entwicklung rückgängig zu machen. Irgendwo war es doch absehbar, dass es einmal soweit kommt:

• Unsere Gesellschaft ist schneller und moderner geworden: An jeder Ecke lauern mediale Ablenkungsquellen (Smartphones, Internet; Fernsehen etc.)
• Karriere steht für viele im Vordergrund. Essen ist dabei Nebensache. Die Zubereitung von selbst gekochten Mahlzeiten wird als Zeitverschwendung gewertet.
• Restaurants; Händler und Hersteller richten sich auf das veränderte Verbraucherverhalten in Form von leicht zuzubereitenden Fertiggerichten ein.

Praktisch(e Gründe) oder nicht?

Zugutehalten muss man den Betroffenen aber auch praktische Gründe:

• Geringverdiener verfügen über zu wenig Einkommen, um sich regelmäßig die Zutaten für ausgewogene Mahlzeiten kaufen zu können
• Anerzogene Essensgewohnheiten können schwer abgelegt werden => Nicht jeder besitzt das nötige Durchhaltevermögen und den Willen neues auszuprobieren.
• Der Grundsatz: Erst kommt der Geschmack, dann die Gesundheit!“ hat für die meisten immer noch oberste Priorität.

Was kommt in Zukunft auf den Tisch

„Ernährung muss in unserem, Alltag wieder mehr Raum bekommen!“ fordert Jens Baas abschließend als Fazit dieser schwer verdaulichen Studie. Eine Vision, die eigentlich schon längst erreicht sein sollte. Man braucht nur mal Fernseher (ohne Gabel in der Hand) schauen, um den Boom von Kochshows mitzubekommen. Starköche kredenzen super leckere und gesunde Schmankerl, die wir neidisch bis ins letzte Detail von der Zubereitung bis zum Verzehr begutachten.
Schlaue Leute (auch Wissenschaftler genannt) versuchen uns mit ihren neusten Forschungserkenntnissen auf den richtigen Weg zu bringen. Und Ernährungsberater präsentieren uns ihre Ernährungstipps auf dem Silbertablett. Es könnte also alles so einfach sein. Ist es aber nicht. Udo Pollmer- umstrittener, aber dennoch anerkannter Lebensmittelchemiker weiß warum: „Die Verbraucher sind einfach verunsichert und vertrauen blind auf die angeblich fundierten Aussagen von Wissenschaftlern und Ernährungsberatern!“ Vieles davon ist blanker Unsinn. Wir brauchen nichts davon zu glauben. In der Ernährungswissenschaft wird viel getürkt. Die Stigmatisierung von Fertiggerichten ist so ein Fall. Oft setzt man dazu Obst und Gemüse als gesundes Gegenteil in den Vergleich. Alles was im kollektiven Bewusstsein seit frühester Kindheit eher als geschmacksneutral bzw. nicht sonderlich appetitlich im Vergleich zu Industrienahrung erscheint, wird von den Experten als wichtiger bzw. unvermeidlicher Baustein einer gesunden Ernährung angepriesen. Schlecht wegkommen dabei natürlich die Fertiggerichte. Allein die meisten Studien sind darauf angelegt, negative Bestandteile bzw. daraus resultierende Gesundheitsfolgen nachzuweisen. Die Genetik und die Essgewohnheiten des Einzelnen werden dabei völlig außer Acht gelassen. Industrienahrung ist somit nicht zweifelsfrei besser oder schlechter als natürliche Kost. Es wird einem dennoch nichts anderes übrig bleiben, als sich offen mit den unterschiedlichen Nahrungsangeboten auseinanderzusetzen. Das regelt schon von Natur aus der Appetit.
In diesem Sinne: Ess(t) was!

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